Roland gab unadressierte Hasstiraden von sich. Jessica schenkte seinem Wutausbruch keine Beachtung. Sein cholerisches Verhalten war ihr nur allzu gut vertraut. Dennoch lag Kummer in ihrem hübschen Sommersprossen gesprenkeltem Gesicht. Kein Wunder, schließlich waren sie gerade erst in der Finca Sa Pletassa auf Mallorca angekommen. Ebenso hätten sie natürlich auch für das Hotel Be Live Punta Amer oder das Hipotels Bahia Grande entscheiden können. Doch sie bevorzugten die ruhige Lage des Fincahotels. La Luminosa, die Leuchtende, wie Mallorca auch gerne genannt wird, sollte ihre Beziehung zu Roland in gewisser Weise erhellen. Doch Jessicas Wunsch nach Harmonie schien bereits wie eine Seifenblase zu zerplatzen.
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Max brachte es nicht fertig die Augen zu öffnen. Der Kopfschmerz war auch ohne direkten Lichteinfall kaum auszuhalten. Woher er das wusste? Nun, einige Stunden zuvor war er ins Badezimmer gewankt und dafür musste er die Lider doch immerhin einen Spalt öffnen. Ihm war so schwindelig und übel, dass er sich einfach übergeben musste. Zitternd kroch er zurück ins Bett, wobei er zuvor wie irre die Vorhänge seines Hotelzimmers bearbeitete. Es half nichts. Ein kleiner Spalt blieb und durch diesen bahnte sich die katalanische Sonne unaufhaltsam ihren Weg Richtung Max.
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Mathilda führte das Weinglas zum Mund und nahm einen tiefen Schluck des gut gekühlten Ciró Rosato, Jahrgang 2008. Sie atmete einmal tief durch und zündete sich eine dieser schmalen Frauenzigaretten an. Genussvoll zog sie an der Zigarette und entließ den Rauch langsam in den rötlich schimmernden italienischen Abendhimmel. Der Ausblick vom Balkon ihres Zimmers, im Hotel Santa Lucia, war aber auch sagenhaft. Gerade jetzt konnte sie beobachten, wie die blutrote Sonne im Tyrrhenischen Meer vor der Küste Kalabriens versank.
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Martin Schönbeck trommelte nervös mit seinen Fingern auf dem Lenkrad. „Verdammter Berliner Straßenverkehr“, wiederholte er mantraartig. Ganze sechzig Minuten verblieben ihm, seiner Frau Sabine und Tochter Dorothea noch, um den Flieger nach Lamezia Terme zu bekommen. Die Anspannung im Wagen war deutlich zu spüren, denn der zähe Stopp-and-Go-Verkehr auf der B96 im Berliner Wedding, brachte sie ihrem Ziel, dem Flughafen Tegel, immer nur ein kleines Stückchen näher. Einzig Tochter Dorothea wirkte von der Spannung unbeeindruckt. Sie hatte ihren iPod auf den Ohren, blickte aus dem Fenster und ließ dann und wann beeindruckende Kaugummiblasen platzen.
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