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Auf den ersten Blick wirkt die Familie Schönbeck wie eine Bilderbuchfamilie. Die Eltern Martin und Sabine sind erfolgreich in ihren Jobs und haben zwei gesunde und aufgeweckte Kinder. Zusammenleben sie in einer großen Eigentumswohnung im Berliner In-Viertel Prenzlauer Berg. Wenn es mal schwierig wird, tritt Oma Mathilda auf den Plan. Doch natürlich ist hier nicht alles eitel Sonnenschein und unter der glatten Oberfläche brodeln einige Geysire.

Mathilda Schönbeck

Sie gehört der Generation an, die sich alles im Leben erarbeiten musste. Als sie eingeschult wurde lag Deutschland in Trümmern. Verzicht, Demut und großer Willen waren die Eigenschaften, die sie in den ersten 25 Lebensjahren am meisten benötigte. Doch sie überstand diese Phase und am Ende ging sie als erfolgreiche Ärztin hervor. In ihrem Beruf war sie bis zur Pensionierung höchst angesehen. Zusammen mit ihrem Ehemann Gustav schuf sie eine hervorragende Grundlage für ihren gemeinsamen Sohn Martin. Alles schien bestens, doch dann verschwand Gustav und in ihr zerbrach etwas. Dieser war zusammen mit seiner Band auf einer Schiffsfahrt im Mittelmeer unterwegs, als sie in ein heftiges Unwetter gerieten. Das Schiff sank, viele starben, doch die Leiche von Gustav konnte niemals geborgen werden. Das war vor 15 Jahren. Mathilda kam darüber nie richtig hinweg, doch sie hat sich arrangiert und genießt jetzt ihr Leben als Großmutter, wenn sie sich um die Kinder von Martin und Sabine kümmert. Doch ob die resolute Frau wirklich wusste, worauf sie sich einlässt, wenn sie mit ihrem hyperaktiven Neffen Karl alleine in den Urlaub fährt?

Martin Schönbeck

Der Sohn von Mathilda ist erfolgreich in der Werbung tätig. Seine eigene Agentur kann beeindruckende Zahlen und zufriedene Kunden vorweisen. Der Job verlangt ihm einiges ab und oft kommt dabei die Familie zu kurz. Doch er beklagt sich nicht, anderen geht es da ja auch nicht besser. Und wer zu etwas kommen will, der muss schließlich dafür schuften. Diese Einstellung hat er von seiner Mutter.

Seit 15 Jahren als Ehefrau an seiner Seite ist Sabine, die er als die größte Eroberung seines Lebens bezeichnet. Gemeinsam haben sie die Kinder Dorothea und Karl, mit denen es nicht immer einfach ist.

Martin freut sich auf den Jahresurlaub. Endlich einmal komplett abschalten und Zeit nur und ausschließlich mit der Familie verbringen. Die Planungen für die Ferien lagen immer in seinen Händen und bisher lief dank seines großartigen Organisationstalents alles immer bestens, doch er hätte nicht gedacht, dass die Pubertät seiner Tochter die Pläne torpedieren könnte.

Sabine Schönbeck

Sie ist die charismatische und attraktive Powerfrau an der Seite von Martin und steht mit beiden Beinen fest im Leben. Neben ihrem Beruf als Architektin kümmert sie sich noch um den Haushalt und die beiden Kinder. Nein, nur Hausfrau zu sein, hätte ihr niemals gereicht, auch wenn die Mehrfachbelastung sie bereits einige Male an den Rand des Zusammenbruchs brachte.

Doch ein Leben wie ihre Mutter, die ihre Bedürfnisse stets hintenanstellte, ohne sich je selbst verwirklicht zu haben, das wollte Sabine um jeden Preis vermeiden. Die klagenden Worte der Mutter haben sie in ihrem Handeln stets bestärkt. Mann und Kinder waren in ihrem Lebensentwurf eigentlich gar nicht vorgesehen, doch zum Ende ihres Studiums lernte sie Martin kennen und neun später war bereits Töchterchen Dorothea auf der Welt. Sie bereute es nicht und genießt das Familienleben in vollen Zügen, auch wenn es immer wieder Schwierigkeiten mit den Kindern gibt.

Wo Martin längst der Kragen platzt, bewahrt Sabine stets Gelassenheit. Sie ist diejenige, die für die Harmonie in der Familie zuständig ist – auch wenn diese zu wahren manchmal äußerst schwer ist und alle anderen Familienmitglieder die Decke hochgehen. Zumindest der Urlaub soll harmonisch verlaufen und dafür wird Sabine alles tun.

Dorothea Schönbeck

Doro ist die Blaupause eines Teenagers. Den halben Tag verbringt sie in den Weiten verschiedenster sozialer Netzwerke und chattet mit ihren Freunden. Die andere Hälfte geht für Schule und Ärger mit den Eltern drauf. Das war natürlich nicht immer so gewesen. Dorothea war und ist ein aufgewecktes und intelligentes junges Mädchen. Sie hat Klavierunterricht bekommen und früher interessierte sie sich sogar für Pferde.

Doch diese Phase ist vorüber und mit dem Eintritt in die Pubertät steht sie sich oftmals selbst im Weg. Sie kann sich ihr rebellisches Verhalten manchmal nicht erklären und oft empfindet sie Reue, wenn sie ihren Eltern wieder einmal verbal vor den Kopf gestoßen hat. Doch was will man machen? Die anderen Mädchen in ihrer Klasse benehmen sich schließlich auch so und überhaupt, sie ist doch jetzt schon fast erwachsen und möchte bitte selbst Entscheidungen treffen dürfen.

Dorothea freut sich nicht auf den gemeinsamen Familienurlaub. Mit den Eltern, dem Bruder und der Oma die Ferien zu verbringen gilt als extrem uncool. Ein Aufenthalt in Lloret del Mar hingegen, das würde Punkte im Ansehen der Clique bringen. Kurzum: In ihr regt sich massiver Widerstand gegen familiäre Unternehmungen und sie wird keine Möglichkeit auslassen, um darauf aufmerksam zu machen.

Karl Schönbeck

Das jüngste Mitglied der Familie Schönbeck hört auf den Namen Karl, oder besser gesagt, heißt Karl, denn eigentlich hört er nicht auf andere. Karl ist sieben Jahre alt und hat gerade sein erstes Schuljahr hinter sich. Dieses war kein Leichtes gewesen, da Karl an ADHS leidet und sich und seinen schulischen Leistungen oft selbst im Weg stand. Er selbst versteht nicht, dass mit ihm etwas anders ist. Dass er explosiver und ungehaltener als andere Kinder ist. Dass er sich schwer konzentrieren kann und sehr leicht abzulenken ist.

Der Rest der Familie weiß mit dieser Situation oft nicht richtig umzugehen. Mutter Sabine hat viel Literatur zum Thema gewälzt, doch wirklich schlauer ist sie nicht geworden. Sie und Martin hatten entschieden, auf eine medikamentöse Behandlung zu verzichten, da sie Angst vor möglichen Entwicklungsschäden bei ihrem Sprössling hatten. Diese Einstellung wurde mittlerweile ein wenig aufgebröselt. Seit einem halben Jahr ist Karl eingestellt, das heißt, er bekommt morgens eine Pille Medikenet, die es ihm ermöglicht in der Schule aufmerksam zu bleiben. Am Nachmittag verschwindet der Wirkstoff aus seinem Körper. Dies verläuft bisher sehr erfolgreich, doch in den Ferien wollten die Eltern das Präparat eigentlich nicht einsetzen. Oma Mathilda, die mit Junior bereits vorgeflogen ist, durfte den Jungen so also ungefiltert erleben. Was Sabine da bereits an Geschichten hörte, veranlasste sie dazu, Medikenet doch mit ins Reisegepäck zu nehmen.